Archive für November 2010

Ansichten zu PR 2571

Die zeitlose Welt - Handlung:
Auf der Welt Raqia unter der blauen Riesensonne Or, macht sich das Pflanzenwesen Aghinjan vom Volk der Nishai auf einen beschwerlichen Weg zu den Splitterbergen, um dort die Kristallweite zu erforschen. Um die Reisezeit zu verkürzen, begibt sich Aghinjan zu einem Konnexpunkt. Dort stehen Geschwindkapseln bereit, die sich für eine schnellere Fortbewegung nutzen lassen. Aghinjan trifft dort auf Munsguj, eine Nishai aus dem nördlichen Kraal Nuusnu. Munsguj bietet Aghinjan Samensporen an, wenn sie die Forscherin begleiten darf. Auch sie würde gern die Phantomweite erforschen.
Am nächsten Tag reisen die Beiden mit einer Geschwindkapsel auf die Splitterberge zu. Als Pflanzenwesen müssen sie öfters rasten und ihr Wurzelwerk in die Irdene Feste strecken, um Nahrung zu saugen. Auch tanken sie Licht der Lohenschütte Or über ihr Kraftauge. Aghinjan war schon mehrmals an der Kristallweite, diesmal möchte sie weitergehen als zuvor. Sie will ihren Fuß auf die Kristalle setzen. Munsguj hält das für bescheuert, andererseits will die Nuusnuin die Weite vermessen, um herauszufinden, ob die Kristallfläche expandiert, was gleichbedeutend mit einer Verringerung des Lebensraums der Nishai wäre.
An der Kristallweite angekommen machen sich die Nishai daran Markierungsmarken zu setzen. Nach einigen Jahren wollen sie wieder kommen, um zu sehen, ob und wie schnell die Kristallweite sich ausdehnt. Dann setzt Aghinjan ihren Tastfuß vorsichtig auf der Kristallweite ab. Langsam tastet sie sich vor. Auch Munsguj folgt Ihr nun. Als die Nacht hereinbricht glaubt Aghinjan Phantome zu sehen, Schemen, die über die Kristallwüste gleiten. Am nächsten Tag geschieht Unerwartetes. Ein Flugkörper aus Metall steigt aus dem Himmel ab und landet in der Kristallweite. Aus dem Flugzeug steigt eine Gestalt. Entgeistert müssen die beiden Nishai feststellen, dass der Besucher aus Kristallen besteht.
Chal’tin bringt Clun’stal zur zeitlosen Welt. Als das Beiboot inmitten einer Kristallwüste aufsetzt, steigt Clun’stal zögernd aus. Er ist unschlüssig, was er hier will. Schließlich betritt er das Kristallfeld. In einiger Entfernung beobachtet er zwei nicht kristalline Gebilde, offensichtlich organischen Ursprungs, blaue blattlose Bäume, die auf mobilen Ästen gemächlich durch das Kristallfeld wandern. Vor Clun’stal geraten die Kristalle in Bewegung und bilden schließlich einen Essa Nur, der sich als Udkigom vorstellt und als Mentor fungieren will. Das Kristallfeld dient als Erinnerungsspeicher. Da die Essa Nur sehr langlebig sind, können sie nicht alle Erinnerungen behalten. Sie müssen sie abwerfen wie Ballast. So legen sie ihre Erinnerungen in Kristallen ab und deponieren sie in den Kristallfeldern der zeitlosen Welt. Die Anfänge des Kristallarchivs reichen bis 10 Millionen Jahre in die Vergangenheit. Je heller ein Kristall strahlt, desto jünger ist die darin gespeicherte Erinnerung. Udkigom lehrt Clun’stal zuerst, sich an die jüngsten Ereignisse zu erinnern. Der Flug mit Chal’tin zur zeitlosen Welt, davor das Angebot auf dem Schiff der Ja’woor und davor sein Erwachen aus dem Solitärschlaf in TALIN ANTHURESTA und seine Begegnung mit dem Chronisten Rhodan.
Schließlich fordert Udkigom den Esnur auf, einen Kristall zu wählen, um die darin gespeicherten Erinnerungen abzurufen. Und Clun’stal erinnert sich. Genauer gesagt nimmt er an der Erinnerung eines Essa Nur teil. Die Erinnerung führt in die Vergangenheit. Dort kommt es zu einem Treffen zwischen den Essa Nur und Vertretern der Tryonischen Allianz. Die Humanoiden bieten den Essa Nur an mit der Tryonischen Allianz zu kooperieren. Da die Dienste der Kristallwesen auch auf Kriegsschiffen der Allianz geleistet werden sollen, lehnen die Essa Nur das Angebot ab.
Zurück aus der Erinnerung greift Clun’stal einen nur schwach leuchtenden Kristall. Die Erinnerung führt in die ferne Vergangenheit als die Anthurianer den Großen Gesang anstimmten und versteinerten. Der nächste Kristall den Clun’stal berührt leuchtet noch schwächer und führt noch tiefer in die Vergangenheit. Er nimmt an der Erinnerung eines Esnur teil, der sich Ghos’fajer nennt. Durch die Augen Ghos’fajers sieht sich Clun’stal selbst. Er arbeitet mit Ghos’fajer am Bau von TALIN ANTHURESTA. Beim Objekt 2861 kommt es zu Irritationen im Datenstrom. Ghos’fajer und Clun’stal fliegen los, um die Ursache des Fehlers zu finden. Die beiden Esnur landen in der Nähe einer kleinen Siedlung auf der Scheibenwelt 2861. Dort beobachten sie mehrere Kristallwesen, die ein merkwürdiges Verhalten zeigen. Clun’stal argwöhnt, das es keine Esnur sein könnten. Er und Ghos’fajer nehmen Kontakt auf. Als Clun’stal den Fremden auf den Kopf zusagt, das sie keine Esnur seien, werden er und Ghos’fajer entführt. Die Ebenbürtigen, wie sich die geflügelten Wesen nennen, die sich als Esnur tarnten, sperren die beiden Kristallingenieure in ein Gefängnis. Vorher nehmen sie ihnen die technische Ausrüstung ab. Clun’stal bemerkt in der Erinnerung ein seltsames Phänomen. Mehrmals zuckt durch die Bilder der Erinnerung ein schwarzer Blitz. Die Blitze scheinen häufiger und länger aufzutreten, je länger die Erinnerung andauert. Er hat vorerst keine Erklärung dafür.
Im Gefängnis der Ebenbürtigen spürt Clun’stal einmal mehr das besondere Vertrauen, das ihm Ghos’fajer entgegenbringt. Plötzlich begreift er, wer Ghos’fajer war. Sein Sohn! Clun’stal kann sich allerdings nicht erinnern, wann, auf welche Weise oder mit wem er diesen Sohn gezeugt haben könnte. Im Gefängnis treffen sie auf eine fremdartige Maschine. Die Maschine stellt sich als Kuum 0505 vor. Die Maschine erläutert die Intention der Ebenbürtigen. Diese stehlen Daten und Technologien und bringen sie über den Transferfeldgenerator auf ihre Welt. So ist auch Kuum 0505 hierher gelangt. Die Ebenbürtigen hatten allerdings keine Verwendung für die Maschine. Die beiden Kristallingenieure manipulieren die Maschine und benutzen sie zum Ausbruch. Auf der Suche nach dem Transferfeldgenerator entdecken sie ein gewaltiges Observatorium. Dort sind tausende Galaxien und Ziele gespeichert, die von den Ebenbürtigen heimgesucht werden. Es gelingt ihnen das Ziel TALIN ANTHURESTA in den Transferfeldgenerator zu programmieren. Anschließend wird die Information gelöscht. In der Erinnerung tauchen nun immer häufiger die schwarzen Blitze auf. Als Clun’stal und Ghos’fajer den Transferfeldgenerator betreten, wird Ghos’fajer von einem Energiestrahl getroffen. Die letzte Erinnerung ist die, dass sich sein Vater über ihn beugt und einen Kristall aus seinem Schädelsegment entnimmt. Clun’stal erkennt, dass er soeben den Tod seines Sohns erlebt hat.
Zurück aus dieser Erinnerung nähert sich der Wächter der zeitlosen Welt. Er hat einen besonderen Kristall, den Prüfstein, in der Hand. Der Kristall ist fast verloschen und der Wächter ist der Ansicht, dass darin die Erinnerung liegt, die Clun’stal wirklich sucht. Clun’stal berührt den Kristall und erlebt eine weitere Erinnerung. Er sieht, wie er sich selbst bewusst wird. Und er sieht, dass er von den anthurianischen Wissenschaftlern Fogudare und Tanfacher geschaffen wurde. Diese wollten eine intuitive Maschine schaffen. Doch die Maschine entwickelte eine überraschende Eigenschaft. Sie lebte! Clun’stal lebte. Nach diesen Erinnerungen verlässt Clun’stal die zeitlose Welt. Er reist weiter seinen verlorenen Erinnerungen nach.

Rezension:
Hach, herrlich. Es soll ja doch einige Fastverholzte unter der Leserschaft geben, die mit der Schreibweise Vandemaans nichts anfangen können und so manches negative Geplirre über dessen Romane von sich geben.
Bleibt aber festzuhalten, dass es derzeit keinen anderen Autoren im Team gibt, der in so unnachahmlicher Weise exotische Wesen, Kulturen und Schauplätze schildern kann. Das ist nicht immer ganz einfach zu lesen, wer sich aber darauf einlässt, der erlebt ein Abenteuer jenseits der üblichen Rhodan-Norm. Ich fühlte mich bestens unterhalten.

Stilblüte (Seite 17):
Wer ist der Chronist Perry Rhodan?, fragte Udkigom.
Ein verlässlicher Buchführer meiner Erlebnisse. Soweit ich begriffen habe, liegt bei ihm das Chronistensein in der Familie.

 

Ansichten zu PR 2570

Die Falle von MASSOGYV - Handlung:
Die MIKRU-JON ist den Schiffen der FM und der Tryonischen Allianz nur knapp entkommen. Rhodan hat den Obeliskraumer bewusst in ein Netz gesteuert, das auch schon für den Transport aus TALIN ANTHURESTA gesorgt hatte. Auch diesmal wird die MIKRU-JON über eine große Distanz versetzt. Der Zielort entpuppt sich als gewaltiger Hyperorkan. Am Rande eines Tryortan-Schlundes wird das Schiff dennoch nicht zerrissen. Das Netz scheint das Schiff vor den hyperenergetischen Gewalten zu schützen. Lloyd/Tschubai vermutet, dass es sich bei dem Netz um ein intelligentes Wesen handeln könnte. Es empfindet sich nach einigen von Lloyd aufgeschnappten sehr fremdartigen Gedanken als Netzweber.
Vorerst kann die Besatzung der MIKRU-JON allerdings nichts unternehmen. Rhodan nutzt die Ruhepause, um Schlaf nachzuholen. Er hat einen seltsamen, sehr intensiven Traum. In seinem Traum begegnet er Taurec, jenem Kosmokraten, der ihm seine Frau Gesil und seine Tochter Eirene genommen hat. Nach dem Erwachen verschafft sich Rhodan einen Überblick über das Polyport-Netz in Anthuresta. Die Funktionen des B-Controllers werden durch den Hypersturm nicht beeinträchtigt. Als der Sturm schließlich nachlässt, löst sich auch der Netzweber vom Schiff und entfernt sich. Es wird deutlich, dass die Versetzung durch das Netz über eine Entfernung von 15.000 LJ erfolgte. Man ist immer noch im Bereich des Restkerns der Galaxis. Dann ortet Mikru eine kugelförmige Sphäre der Ja’woor in der Nähe. Es ist unbekannt, ob es sich um das Schiff handelt, aus dem sie nur knapp entkamen als die Tryonische Allianz angriff.
Unterdessen schmiedet man auf Seiten der Frequenz-Monarchie einen Plan, um Rhodan in eine Falle zu locken.
Als Köder wird ein vermeintlich umkämpfter Polyporthof namens MASSOGYV-4 ausgeworfen. Man möchte Rhodan so rasch wie möglich in die Finger bekommen, um zu verhindern, dass der Terraner in Anthuresta Verbündete findet.
Doch genau dies scheint zu geschehen. Rhodan wird vom Schiff der Ja’woor kontaktiert. Ein Sha’zor möchte mehr über die Rolle Rhodans beim Zwischenspiel mit der Tryonischen Allianz in Erfahrung bringen. Die MIKRU-JON wird ins Innere des Schiffs der Ja’woor gesogen. Rhodan, das Konzept, Clun’stal und Wolf Lee werden in der Sphäre vom Sha’zor Murkad und dem Essa Nur Chal’tin empfangen. Chal’tin lädt die „Besucher“ in eine Stadt im Inneren der Ja’woor-Blase ein. Dort angekommen nimmt Murkad seinen Helm ab. Rhodan erkennt in dem Wesen einen Verwandten der Shoziden, denen er im Sternenozean von Jamondi und im Arphonie-Haufen begegnet ist. Rhodan lässt sich seine Überraschung nicht anmerken. Das Gespräch dreht sich zuerst um die Psi-Materie, die nach wie vor in einer Sonde an der MIKRU-JON angedockt ist. Seit Jahrzehnten taucht immer wieder Psi-Materie in Anthuresta auf, bevorzugt in einem Gebiet, das als Schneise bezeichnet wird und der Tryonischen Allianz zugeordnet wird. Die Psi-Materie ist als Energielieferant heiß begehrt. Rhodan erfährt auch mehr über die Verhältnisse in Anthuresta. Seit dem Erscheinen der FM, die die Völker unterdrückt, regt sich auch der Widerstand. Es hat sich eine lockere Allianz gebildet, deren Mitglieder sich gegenseitig unterstützen. Dazu zählen die Sha’zor, die Staubreiter und die Ja’woor. Dazu die Essa Nur, die sich allerdings nicht an militärischen Operationen beteiligen. Auch die Netzweber werden zuweilen zu Unterstützern des Widerstands, verfolgen offensichtlich jedoch auch eigene Interessen.
Rhodan berichtet im Gegenzug vom Kampf der Andromeda-Völker und des Galaktikums gegen die Frequenz-Monarchie. Er erzählt dem Sha’zor auch von den Polyporthöfen. Die Widerständler kennen diese Technologie nicht. Rhodan möchte einen Polyporthof erobern. Damit wäre es möglich, Verbindung in die Milchstraße und Andromeda zu schaffen. Die Besprechung wird unterbrochen, damit der Widerstand sich beraten kann. In der Pause schläft Rhodan erneut ein und wieder wird er von Träumen heimgesucht, in denen er Taurec begegnet. Taurec berichtet auch von Gesil und Eirene. Einer von beiden ginge es gut sagt Taurec, der anderen nicht. Rhodan vermutet, dass der Netzweber mit seinen Träumen in einem Zusammenhang steht. Zunächst vermutet er, dass der Netzweber ihm Erinnerungen stiehlt, erkennt dann aber, dass der Netzweber, der sich als Radyl-im-Abstrakten bezeichnet, an seinen Erinnerungen nur partizipiert.
Murkad teilt ihm schließlich mit, dass der Widerstand sich an der Eroberung eines Polyport-Hofs beteiligt. Begünstigt wird diese Haltung durch den Zuspruch des Essa Nur Chal’tin, der Rhodan vertraut. Chal’tin vermutet in Clun’stal einen seiner Vorfahren, die die Baumeister der ersten Stufe des Polyport-Systems gewesen waren. Chal’tin will mit Clun’stal die Geschichte der Essa Nur erforschen. Derweil sucht Rhodan mit dem B-Controller ein geeignetes Ziel. Da geht ein Funkspruch ein, dass der Polyporthof MASSOGYV-4 angegriffen wird. Rhodan vermutet eine Falle. Ein Teil des Widerstands soll dennoch MASSOGYV-4 anfliegen und sich so verhalten, als würde man den Hof erobern wollen. Dazu wird auch ein energetisches Abbild der MIKRU-JON geschaffen. Beim Kampf um MASSOGYV wird die falsche MIKRU-JON von der FM vernichtet. Satwa, Sinnafoch und die übrige Führungsriege der FM jubelt, kommt dann allerdings doch der Täuschung Rhodans auf die Spur. Bevor sich Sinnafoch weitere Gedanken dazu machen kann, wird von Kämpfen mit Jaranoc berichtet. VATROX-VAMU scheint anzugreifen.
Rhodan erobert derweil den Polyport-Hof ESHDIM-3. Mit einer List kann er den kommandierenden Vatrox dazu bringen, ihn in die Nähe des Hofs zu lassen. Mit dem B-Controller übernimmt Rhodan die Kontrolle. Die Staubreiter erobern schließlich den Hof.
Der Versuch Rhodans, mit NEO-OLYMP Kontakt aufzunehmen scheitert. Aber KREUZRAD in Far Away kann angewählt werden. Rhodan reist dorthin. Die Reise verläuft seltsam. Rhodan sinniert über die seltsamen Träume, die von Radyl-im-Abstrakten geschaffen wurden. Rhodan glaubt zu erkennen, dass ein Aspekt des Traums nicht ins Bild passte, Taurec. Der Kosmokrat schien keine Figur des Traums zu sein. Der Kosmokrat hat Rhodan beobachtet und seine Reaktionen auf das Verhalten des Netzwebers beurteilt. Wird Rhodan vom Kosmokraten tatsächlich beobachtet? Und stimmt es, was Taurec über Gesil und Eirene sagte?

Rezension:
Der Doppelband von Michael Marcus Thurner ist kein „echter“ Doppel, zumindest wird nicht die Geschichte der Vorwoche fortgesetzt. Ging es letzte Woche um die Stardustebene, beschäftigt sich der Autor diesmal mit Rhodans Abenteuern. Wie ich finde, sehr gelungen. Der Roman hat mich prima unterhalten. In erster Linie verantwortlich dafür waren das hohe Erzähltempo und die Träume des Protagonisten. Die Sprache, die der Verfasser dabei verwendet, hat mir sehr gut gefallen. Nach dem wirklich guten Roman der Vorwoche erneut eine überzeugende Geschichte des österreichischen Autors.
Weniger gefielen mir die Andeutungen zu Taurec. Dieser Part ist aber wohl nicht von Thurner zu verantworten sondern Teil der Storyline. Und wenn nicht in diesem Zyklus, dann wohl irgendwann später wird sich Uwe Anton wieder den Hohen Mächten zuwenden. Diverse Andeutungen, z.B. die „Reaktion“ der Kosmokraten auf den Verlust der Ritteraura, gab es bereits in verschiedenen Heften des Stardust-Zyklus zu lesen. Ich bin kein großer Freund des Zwiebelschalenmodells. Mal sehen was Uwe Anton im nächsten oder übernächsten Zyklus daraus macht.

Ansichten zu PR 2569

Das Goldene Zeitalter - Handlung:
Nachdem die Teilnehmer des Einsatzkommandos Infiltration die KATARAKT verlassen haben, bleibt Stuart Lexa nicht tatenlos. Er will so bald wie möglich den Planetoiden P-17-25-1463 erreichen. Durch die beiden überlebenden Prospektoren, Kom Agonis und Vacucha Sabo, hat die Besatzung der KATARAKT Informationen über das Erscheinen der Frequenz-Monarchie auf dem Planetoiden bekommen. Über Fernbeobachtung der Stardust-Flotte gibt es zudem Erkenntnisse über ein Kristallschiff der FM, das trotz schwerer Hyperstürme seine Position in der Nähe des Planetoiden hält. Lexa will mehr über den Feind erfahren. Die Stardust-Flotte, ca. 75 Schiffe, begibt sich auf einen gefahrvollen Flug zu dem Planetoiden. Die Schiffe der Elfahder begleiten sie. Seitdem der Sextadim-Schleier um Far Away verschwunden ist, beeinträchtigen schwere Hyperstürme jeden Flug im Kugelsternhaufen. Ein Mitglied der Besatzung der KATARAKT, Marten, erweist sich als Glücksfall. Der eigensinnige Egozentriker ist ein Genie im Bereich von Ortung und Navigation. Mit Hilfe von ihm selbst entwickelten Datenkuben kann er Passagen durch die Hyperstürme berechnen. Obwohl die Besatzung der KATARAKT dem Query misstraut, lässt sich Lexa auf den Berechnungen des Außenseiters ein. Die Schiffsärztin erkennt, dass dem Wesen und den Handlungen Martens eine selbstzerstörerische Kraft innewohnt. Er „verbrennt“ geradezu, wenn er mit seinen Datenkuben hantiert. Dazu kommt, dass er seine Depressionen und seine manische Besessenheit nicht medizinisch behandeln lässt.
Tatsächlich erreicht die Flotte den Planetoiden ohne Verluste. Beim Anflug erkennt Marten in seinen Datenkuben für einen Moment ein ungewöhnliches Objekt von 17 km Durchmesser, das aber sofort wieder verschwindet. Marten bleibt nicht verborgen, dass dieses Objekt bei den Elfahdern für Aufregung sorgt, so als sei es diesen bekannt. Marten erkennt auch, dass das Kristallschiff durch die Hyperstürme schwer havariert ist und auf dem Planetoiden notlanden musste. Die KATARAKT und ein Schiff der Elfahder unter dem Kommando Bellyrs landen und beginnen mit der Untersuchung des Wracks. Alle Besatzungsmitglieder in der Peripherie des Schlachtlichts sind tot. Im Zentrumsbereich werden jedoch 2 Überlebende entdeckt, 2 Humanoide, eine Frau mit smaragdgrüner Haut und ein Mann mit rotem Haar. Beide liegen in einer Art Koma. Bellyr reagiert sehr stark auf den Anblick der Frau. Auch Stuart Lexa glaubt in der Frau eine Hathor zu erkennen.
Zurück an Bord der KATARAKT berichtet Bellyr von seinen Erlebnissen. Eine von mehreren Erinnerungsblockaden ist beim Anblick der Frau gelöst worden. Auch schon vorher gab es Auslöser für Erinnerungsschübe. Perry Rhodan war einer der Katalysatoren, ein anderer der Sextadim-Schleier. Bellyr berichtet, dass die Blockade von ESTARTU geschaffen wurde. Er gibt den Stardust-Terranern einen Einblick in die Geschichte der Elfahder. Auch Marten hört die Erzählung der Elfahder bevor er stirbt.
Die Ahnen der Elfahder entsandten auf Befehl ESTARTUs eine Expedition in die Mächtigkeitsballung des Bruders. In Hathorjan sollten die Elfahder Kontakt zu den Hathor aufnehmen. Dort angekommen existieren jedoch nur noch 2 Mitglieder dieses Volkes, Yuga und Marduk Lethos. Die beiden Hüter des Lichts verweigern den Kontakt. Die Hathor sind dabei, einen seltsamen weißen Zwergstern zu untersuchen, der Psi-Materie in sich birgt. Die Hathor warnen die Elfahder. Plötzlich nähert sich ein im UHF-Bereich strahlende Wesenheit dem Weißen Zwerg und dringt in ihn ein. Für einen kurzen Moment ist eine Verbindung, eine „Nabelschnur“ zu einem ungleich größeren Psi-Materie-Reservoir zu erkennen. Diese Ansammlung von Psi-Materie scheint ihren Standort in unbekannten kosmischen Entfernungen zu haben. Für einen kurzen Moment wird ein hyperphysikalischer Kontakt zu einem Raumgebiet hergestellt, das die beiden Hüter des Lichts als „affin zur Lokalen Gruppe“ interpretieren. Dann greift die fremde Wesenheit gierig nach der Psi-Materie. Die Auswirkungen sind fatal. Es kommt zu Ausbrüchen im Hyperraum. Die Expedition der Elfahder erleidet Verluste, die Hathor überstehen die Explosionen unbeschadet. Die unbekannte Wesenheit ist verschwunden. Der Weiße Zwergstern ändert sein Farbspektrum und seine Größe. Es ist jetzt eine orangefarbene Sonne mit 1 Millionen Kilometer Durchmesser, und beginnt, seinen Standort mit Hilfe der absoluten Bewegung zu verändern. Die Hathor bannen die Pseudosonne, indem sie eine Art Sextadim-Schleier um die Sonne legen. Sie wollen sie weiter untersuchen und lehnen den Wunsch der Elfahder, sie in die MB ESTARTU zu begleiten, ab.
Jahre später erkennen die Elfahder, dass durch die Explosion des Weißen Zwergs ihre Zellstruktur verändert wurde. Sie beginnen sich zu verändern. Ein Teil der Elfahder siedelt auf Elfahd. Dort beginnt das Goldene Zeitalter. Dann jedoch bedroht ein Weißer Zwergstern, das „Auge des Teufels“, ihr Sonnensystem. Ein Teil der Elfahder kann evakuiert werden. Ein Ewiger Krieger hilft den Elfahdern und das Volk verfällt dem Permanenten Konflikt. Durch die Netzgänger werden die Elfahder befreit und machen sich seither als Nomaden auf die Suche nach den Ahnen. Als die Hyperimpedanz erhöht wird, stranden die Nomaden in der Galaxis Diktyon. Dort kommt es schließlich zu einer Begegnung mit einer Manifestation ihrer Superintelligenz, Hirdal. Die Inkarnation verkündet den Elfahdern, dass die Schrecken der Vergangenheit erwacht seien. Ein Bote Ihres Bruders wird sie aufsuchen, über die Funktionsweise des Polyport-Netzes berichten und für einen Transport zu einem fernen Ziel sorgen, um dort die Terraner zu unterstützen. Es erscheint ein 17 km durchmessendes Objekt, dessen diverse Auswüchse vergrößerten das Objekt auf 23 km Durchmesser. Der Bote, Ernst Ellert, nimmt die Flotte der Elfahder in das Objekt, das er als Sektorknospe bezeichnet, auf. In einem Kugelsternhaufen, in der Nähe eines Polyport-Hofes, endet der Transport. Die Sektorknospe verschwindet in einem Trichteraufriß.
Als letzte Information fließt Bellyr eine wörtliche Botschaft von Hirdal zu. „Als VATROX-VAMU darauf zugreifen wollte, ist das PARALOX-ARSENAL in Zeitkörner fragmentiert. Findet den Zugang, um meinem sterbenden Bruder zu helfen!“

Rezension:
In einer Fernsehsendung, die sich mit Trivialliteratur beschäftigte, hat Michael Marcus Thurner in einem Interview mal die, seiner Meinung nach, wesentlichen Fixpunkte eines Romanhefts skizziert, als da sind:
1. Starker Beginn, Einstieg mit Action
2. Ruhigere Phase in der erklärt wird, was in dem Roman geschieht, was die Aufgabe ist
3. Es muss Hindernisse geben, Zwischenhöhepunkte
4. Hauptbösewicht
5. Der Held könnte scheitern

Die Sendung lief, wenn ich mich recht entsinne, Anfang 2010. Ich hatte mir seinerzeit diese Punkte aufgeschrieben, die Notiz dann aber wieder vergessen. Mal sehen, ob sich der Autor an seine eigenen Prämissen im vorliegenden Heft hält.

Punkt 1: Der Einstieg war eher 3-geteilt. Einer kurzen Sequenz aus der Elfahder-Geschichte folgt die Einführung des Protangonisten Marten, dessen persönlicher Einsatz im nächsten Abschnitt die Actionsequenz einleitet. Ein starker Beginn sieht für meinen Geschmack anders aus, zumal der Charakter der Figur Marten mehr als gewöhnungsbedürftig ist. Der Typ ist anfangs ein Stinkbrocken und nur schwer zu ertragen. Hätte ich hier aufgehört zu lesen, wäre der Einstieg inakzeptabel gewesen. Mit dem Wissen des ganzen Romans war der Beginn jedoch gut gelungen.
Punkt 2: Die ruhige Phase gibt’s tatsächlich. Es gibt ein paar Erläuterungen zu den Zielen der Stardust-Terraner unter der Führung von Stuart Lexa und der Charakter Martens wird weiterentwickelt. Die Aufgabe, nämlich Erkundung des Asteroiden, wird erläutert. Die Geschichte der Elfahder ist über das ganze Heft verteilt, was man meiner o.a. Inhaltsangabe nicht entnehmen kann. Ich habe diese Abschnitte aus Vereinfachungsgründen in einem Abschnitt zusammengefasst. Aber auch das ist die „Aufgabe“ des Hefts. Einige Informationen zu den Elfahdern und deren Bedeutung für die Storyline näherzubringen.
Punkt 3: Hindernisse gibt es. Für die Stardust-Terraner sind es die Hyperstürme, was zugegeben nicht besonders einfallsreich ist. Für Thurners Figur Marten gibt es auch ein Hindernis. De Figur selbst ist sich ständig im Wege. Und auch die Elfahder werden behindert. Richtige Zwischenhöhenpunkte gibt es nicht. Die Aktionen rund um die Terraner erreichen zwar verschiedene Etappenziele, aber für einen Höhepunkt würde ich die nicht halten. Bei der Historie der Elfahder gibt es eine Reihe an verschiedenen Punkten, die rein informatorisch betrachtet interessant sind, aber auch hier keine echten Zwischenhöhenpunkte.
Punkt 4: Wo ist der Hauptbösewicht? Der Feind hat kein konkretes Gesicht in dieser Geschichte. Natürlich kann man die FM als Statthalter setzen oder VATROX-VAMU oder andere Interessenbünde. Aber der Hauptbösewicht fehlt.
Punkt 5: Wer ist der Held in dieser Geschichte? Marten? Marten ist eher ein Antiheld. Anfangs sehr unsympathisch, entwickelt sich dieser Charakter. Für mich die stärkste Leistung in diesem Roman. Thurner gelingt es, die Figur erschreckend plastisch zu beschreiben. Und ja, von Anfang an ist klar, dass diese Figur scheitern könnte, bzw. scheitern will, oder scheitern muss.
Fazit: Der Roman überzeugte. Thurner erfüllt seinen eigenen Fixpunkte nicht alle zu 100% aber da stehen schließlich auch die Exposé-Vorgaben etwas im Wege.

 

Ansichten zu PR 2568

Einsatzkommando Infiltration - Handlung:
Im Jahr 1346 treffen Reginald Bull und Homer G. Adams die Entscheidung, die Menschen, die sich für die Auswanderung ins Stardust-System entschlossen haben, sich nicht sich selbst zu überlassen. Bull und Adams wollen auch in der Zukunft der Stardust-Menschheit die positiven Grundsätze und Prinzipien der LFT gewahrt wissen. Die beiden Männer beschließen, auf drei biopositronische Roboter zurückzugreifen, die im Rahmen des Projekts VARIO entwickelt wurden. Ursprünglich für die Infiltration der Terminalen Kolonne TRAITOR vorgesehen, werden die 3 VARIO-1000 ins Stardust-System eingeschleust.
An Bord der KATARAKT, einem Schiff der Stardust-Flotte macht man sich im Februar 1463 NGZ Sorgen. Die Besatzung hat das Duell zwischen VATROX-DAAG und VATROX-VAMU beobachtet und das Eindringen VATROX-VAMUs in das Stardust-System durch den perforierten Sextadim-Schleier verfolgt. Der Verteidigungsminister Sean Legrange, der von den Geistwesen nicht beeinflusst scheint, fasst einen waghalsigen Beschluss. Zusammen mit einem Trupp will er die Station SOLAR SYSTEM im Stardust-System über eine Transmitterverbindung erreichen. Dies kann nur gelingen, solange der Sextadim-Schleier noch durchlässig ist. Die Teilnehmer des Einsatzkommandos Infiltration dürfen nur Besatzungsmitglieder sein, die nicht von VATROX-VAMU beeinflusst waren. An den Kommando-Unternehmen nehmen neben STARA-Kampfrobotern auch 15 Elfahder teil. Von der KATARAKT melden sich 3 Freiwillige. Captain Björn Saint-Germain, Master-Sergeant Lucrezia DeHall und Leutnant Sergio Pepporani. Schnell wird deutlich, dass alle Freiwilligen Elternteile hatten, die vom goldenen Funkenregen berührt wurden. Bei DeHall waren es sogar beide Elternteile.
Der Transmittersprung nach SOLAR SYSTEM gelingt. Die Präsenz des Geistwesens ist deutlich spürbar. Die drei Freiwilligen nehmen zudem einen Ruf war, der sie nach Talanis locken soll. An Bord von SOLAR SYSTEM ist die Bewegungsfähigkeit des Trupps stark eingeschränkt. Die Station ist mittlerweile von Jaranoc besetzt. Die reguläre Besatzung steht unter dem Einfluss des Geistwesens und hat sich in ihre Kabinen zurückgezogen. Und noch eine wichtige Entdeckung macht der Trupp. Bei DeHall treten Psi-Fähigkeiten zu Tage. Sie entwickelt telepathische Fähigkeiten und vollzieht, wenn auch unkontrolliert eine Teleportation. Lucrezia DeHall erkennt mit ihren telepathischen Fähigkeiten, dass Verteidigungsminister Sean Legrange vor einer schwerwiegenden Entscheidung steht. Legrange ist ebenfalls unbeeinflusst aber im Gegensatz zu den anderen kann sie von ihm nur ein kaum wahrnehmbares Raunen empfangen.
Sean Legrange offenbart sich den anderen Teilnehmern des Kommandos. Er enttarnt sich als ein VARIO-1000 und öffnet zum Beweis seine PVK-Maske. Der VARIO-1000 ist seinerzeit zerlegt in einer Kiste im Stardust-System angekommen. Begleitet wurden die Kisten von 3 als TLD-Agenten getarnten Matten-Willys, Ducy, Uwan und Krif. Die drei Matten-Willys sollten die langfristige Betreuung der PVK-Masken und der ihnen zugeteilten VARIO-1000 sicherstellen. Damit einer der VARIO-1000 später als Duncan Legrange auftreten konnte, musste der Empfänger der Kiste ein anderer sein. Der Matten-Willy Ducy trägt von daher ebenfalls eine PVK-Maske vom Aussehen Duncan Legranges. Nach der Deaktivierung der Teletrans-Weiche sollte der Zusammenbau und die Aktivierung der VARIO-1000 stattfinden. Als der Matten-Willy Ducy in der Maske Duncan Legranges „seinen“ VARIO-1000 aufsucht, überrascht er den ES-Boten Lotho Keraete. Dieser versucht den vermeintlichen TLD-Agenten zu betäuben ohne allerdings zu erkennen, dass es Ducy in einer PVK-Maske ist. Der Matten-Willy geht zum Schein darauf ein und beobachtet die Manipulationen, die der Bote von ES am VARIO-1000 vornimmt. Auch der VARIO-1000 kann, obwohl im zerlegten Zustand, die Manipulationen wahrnehmen. Nachdem der Bote von ES verschwunden ist, versuchen Beide die Manipulation rückgängig zu machen, was aber nicht gelingt. Der Bote von ES hat Nanomaschinen und fremde Molekülketten in den VARIO-1000 eingebracht. Einige der eingebrachten Teile entpuppen sich als Speicherbausteine, die wohl dazu dienen, beizeiten Informationen zur Verfügung zu stellen. Ducy und sein VARIO-1000 bauen einige Sicherungen ein, um zu verhindern, dass ES die vollständige Kontrolle über den VARIO-1000 übernehmen kann. Ob diese Sicherungen greifen, ist allerdings ungewiss.
Die erste Aktion des nunmehr zusammengesetzten VARIO-1000 in der Gestalt von Duncan Legrange ist die scheinbare Vernichtung der Lieferung der VARIO-1000 und die Täuschung von Administrator Timber F. Whistler. Als Duncan Legrange später von Whistler beschuldigt wird, den Gleiter manipuliert zu haben, dessen Absturz und die Folgen Whistler zu einem Robot-Körper verholfen haben, zieht sich Duncan Legrange zurück. Der VARIO-1000 hatte zwar erkannt, dass er durch die Manipulationen, die von Keraete vorgenommen wurde, tatsächlich beinahe den Gleiter manipuliert hatte, seine Gegenmaßnahmen haben dies zwar zunächst verhindert, er konnte jedoch nicht verhindern, dass die beiden anderen VARIO-1000 die Sabotage am Gleiter durchführten. Dahinter steht ein Langzeitplan von ES, Whistler längere Zeit am Leben zu erhalten. Dazu muss dieser einen Robot-Körper erhalten.
Der VARIO-1000 kehrt später als der vermeintliche Sohn von Duncan, als Sean Legrange zurück und wird schließlich Verteidigungsminister. Über die Jahre hat er keinen Kontakt zu den anderen VARIO-1000 gehabt und kennt auch deren Schein-Identitäten nicht. An Bord der SOLAR SYSTEM beschließt der nun enttarnte Sean Legrange die Station zu verlassen. Er hat den von Rhodan erhaltenen A-Controller dabei. Es gelingt ihm, einen Transmitter an Bord von NEO-OLYMP anzusprechen. Das „Wissen“ zu den Schaltungen fließt ihm dabei von den Speicherbausteinen zu, die von Keraete eingebaut wurden. Der Trupp erreicht den Polyport-Hof. An Bord von NEO-OLYMP wird erneut das ES-Programm im VARIO-1000 aktiv. Sean Legrange aktiviert einen Schleierschirm um den Polyport-Hof. Die zugehörigen technischen Anlagen waren im Auftrag von ES installiert worden. Das ES-Programm liefert Sean Legrange auch Informationen zu einem „verborgenen Raum“ in NEO-OLYMP. Darin erhält der Verteidigungsminister Zugang zu weiteren Informationen. Unter anderen sieht er die Maßnahmen der anderen Unbeeinflussten auf der Insel Talanis. Er beschließt schnellstmöglich Kontakt zu dieser Gruppe aufzunehmen. Er bekommt auch die Information, wenn der fünfte Himmel sich öffnet, das Tor nach Terra offensteht.
Terra steht unterdessen unter der Bedrohung des Feuerauges. Bull hat zwar den Kristallschirm um das System aufbauen lassen und mittlerweile ist auch Atlan mit der JULES VERNE 1 eingetroffen, aber es ist nicht sicher, ob der Schirm das Feuerauge, das sich Richtung SOL bewegt, aufhalten kann.

Rezension:
Rainer Castor steuert seinen 2. Roman zum Stardust-Zyklus bei. Sein 1. Roman ist mir noch in grausiger Erinnerung. Um es vorwegzunehmen, dieser Castor ist besser und hat mir, abgesehen von ein paar episch ausufernden Technikbeschreibungen, gefallen!
Der vorliegende Roman ist anders geraten, als der letzte Betrag des Autors zur Serie. Im Titel nimmt der Autor offensichtlich Anleihe an Scheers legendäre ZBV-Serie. Auch sprachlich gibt es einige Gemeinsamkeiten zu K.H.Scheers Romanen. Das wird z.T. aus den Namen der Beteiligten ersichtlich und natürlich darf die vollbusige Frau in dieser Erzählung nicht fehlen. ;-)
In dem Roman wird deutlich, dass der Autor stolz darauf ist, sein umfängliches Wissen zur Serie und den Zusammenhängen der Leserschaft mitzuteilen. Positiv hervorzuheben ist, dass die handelnden Personen diesmal nicht zu reinen Personaldossiers ohne Seele verkommen, sondern durchaus den einen oder anderen Charakterzug entwickeln durften und zudem in einer Handlung agierten. Die technischen Beschreibungen, insbesondere die Schilderung der Station SOLAR SYSTEM gerieten für meinen Geschmack zu umfangreich. Wo ein anderer Autor gerademal die Außenmaße und den Einsatzzweck geschildert hätte, liefert Rainer Castor seitenlange Abrisse des technischen Aufbaus der Station. Aber wie gesagt, das ist durchaus Geschmackssache. Der Charakter der Serie ist in weiten Bereichen auf kosmische Abenteuer ausgelegt, häufig kommen technische Beschreibungen daher zu kurz und wenn sie, wie im vorliegenden Roman dann eingebaut werden, erschlagen sie einen fast. Vom Grundgedanken find ich es also durchaus in Ordnung wenn Rainer Castor in seinen Romanen die Schwerpunkte Technik und Wissenschaft setzt. Dadurch, dass sie so selten sind wirken seine Romane im Vergleich zu den „Werken“ der anderen Autoren dann schon fast anachronistisch. An der einen oder anderen Stelle im Heft habe ich allerdings dann doch die eine oder andere Zeile übersprungen, ohne Angst haben zu müssen, etwas verpasst zu haben.
Andere technische Beschreibungen, z.B. die der Einsatzvorbereitung und der SERUNS trafen weitestgehend meinen Geschmack. Das war schon deshalb interessant geschrieben, da der Autor die Szene auch mit einigen Interaktionen der Beteiligten mischt. Dadurch kommt das Ganze auch nicht trocken rüber und konnte gefallen. Auch die Sequenzen über die VARIOs waren recht gut geschrieben. Auch hier werden technische Beschreibungen mit Emotionen verknüpft und dazu Hintergrundinformationen eingestreut. Die Ausnahme stellte die Szene mit dem Zusammenbau des VARIO-1000 dar. Die war ebenfalls zu lang geraten.

Von der Story-Line her hatte der Roman einige heftige Elemente zu bieten. Eine SI, die einen Menschen verstümmelt, um ihm dadurch zu einem möglichst langen Leben in einem Robotkörper zu verdammen, das ist schon reichlich infam. Aber auch Bulls und Adams Entscheidung, den Ausgewanderten ein paar Aufpasser mitzuschicken, hinterlässt bei mir einen üblen Beigeschmack. Vertrauen in die in Jahrtausenden „gewachsene“ kosmische Menschheit sieht anders aus. Wäre die Entscheidung alleine auf den TLD zurückzuführen, dann könnte dies anders bewertet werden. Geheimdienste und ähnliche Organisationen werden wohl in jeder Epoche ihre eigenen Süppchen kochen. Hier hingegen steht eine politische Entscheidung dahinter. Ob wohl alle Kolonien der LFT von Terra „infiltriert“ sind?

Fazit: Wenn Rainer Castor es will, dann kann er auch. Immer dort, wo er sich nicht alleine mit dem Niederschreiben von Datenbankenauszügen begnügt, sondern diese Informationen in eine Handlung einbaut und seine Protagonisten agieren lässt, funktioniert der Roman. Diesen Stil sollte er pflegen und bei der einen oder anderen Beschreibung etwas kürzer treten.

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